Freelancer werden

Freelancer werden – Warum, wie und für wen?

Inhalt

Der immer raschere Wandel der Arbeitswelt bringt auch im Hinblick auf die Beschäftigten immer neue Arbeitsmodelle und Formen der Zusammenarbeit hervor. Nun ist das Freelancertum bzw. das “Freelancer werden* zwar keine neue Erfindung.

Sie passt aber wunderbar zum raschen Wandel des beruflichen Alltags und kann auch Dir ganz neue Möglichkeiten und Freiheiten bieten. Jedoch solltest Du einige Dinge wissen, bevor Du dich auf die Herausforderung, Freelancer zu werden, einlässt.

Was ist ein Freelancer & Was bedeutet Freelancer werden?

Freelancer werden ist im Gegensatz zu vielen anderen beruflichen Betätigungen nicht auf eine bestimmte Branche oder ein bestimmtes Aufgabenspektrum begrenzt. Denn es handelt sich nicht im eigentlichen Sinne um einen Beruf, sondern viel mehr um die Art der Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Letztlich ist der Freelancer das, was früher schlicht mit dem Begriff “freischaffend” umschrieben wurde.

Freelancer werden nicht fest angestellt und unterliegen damit auch nicht den Regelungen des Arbeitsrechts zu Kündigungsfristen, Probezeiten etc. Stattdessen erfolgt eine Beauftragung für bestimmte Leistungen, beispielsweise in Form eines abgeschlossenen Projekts oder Teilprojekts. Es wird ein individueller Vertrag geschlossen, der sich dem Grunde nach nicht als echter Arbeitsvertrag, sondern als Werkvertrag gestaltet.

Das bedeutet, du verpflichtest dich gegenüber deinem Auftraggeber zu klar abgegrenzten Leistungen innerhalb festgelegter Zeiträume und Fristen. Im Gegenzug erhältst du ein gemeinsam und vorab vereinbartes Honorar. Diese Beschäftigungsform bietet dir grundsätzlich sehr große Freiheiten, da du selbst entscheidest, welche Arbeiten du für wen ausführen willst.

Allerdings verzichtest du damit auch auf die typischen Arbeitgeberleistungen wie Urlaub, Weihnachtsgeld, Arbeitgeberzuschüsse zu Lohnnebenkosten und vieles mehr. Als Selbstständiger liegen diese Themen voll und ganz in deiner eigenen Verantwortung.

Typische Tätigkeitsfelder, um Freelancer zu werden

Obwohl es keine klar abgegrenzten Branchen gibt, um Freelancer zu werden, lassen sich doch einige besser geeignete Tätigkeitsfelder identifizieren. Hier sind die Voraussetzungen für diese Form der Beschäftigung besonders gut, so dass du hier besonders einfach Fuß fassen und dein Berufsleben auf eigene Beine stellen kannst:

  • IT / Datenverarbeitung
  • Medien und Marketing
  • Journalismus
  • Coaching und (Aus-) Bildung
  • Künstlerische Tätigkeiten und Design
  • Entwicklung und Konstruktion
  • Sonstige Vergleichbare Tätigkeiten

Allgemein kannst du immer dann besonders gute Chancen als Freelancer erkennen, wenn sich die Aufgaben klar umreißen und abgrenzen lassen, so dass eine Beauftragung einer bestimmten Leistung überhaupt erst möglich wird.

Freelancer werden – So gelingt es

Damit der Einstieg gelingt und das Freelancer werden nicht zum kurzen, aber schmerzhaften Ausflug in die Selbstständigkeit gerät, solltest du einige grundlegende Voraussetzungen für eine erfolgreiche Tätigkeit in der Selbstständigkeit kennen:

Aufträge – Die Lebensgrundlage eines Freelancers

Ohne Aufträge kannst du kein Freelancer werden. Denn ohne Aufträge hast du keine Arbeit und damit auch kein Einkommen. Freelancer werden ausschließlich über die mit den jeweiligen Unternehmen oder anderen Auftraggebern abgeschlossenen Verträge bezahlt. Eine Art Basis- oder Grundgehalt besteht dagegen durch die vollumfängliche Selbstständigkeit nicht.

Für dich bedeutet das gerade für den Einstieg in das Freelancer-Dasein, dass es ohne erste Aufträge nicht geht. Denn dann wärst du zwar auf dem Papier selbstständig tätig, verfügst jedoch über keinerlei Einkommen. Sinnvoll ist deshalb der Schritt in die Selbstständigkeit dann, wenn eine Auftragsbasis vorhanden ist. Andernfalls kommst du ohne Rücklagen nicht aus, die deinen Lebensunterhalt bis zu den ersten Vertragsabschlüssen decken.

Die Ausstattung – PKW, EDV und mehr

Freelancer werden bei ihrem “Arbeitgeber auf Zeit” immer wieder mit einem Arbeitsplatz und entsprechenden Arbeitsmitteln ausgestattet, sofern es für den Projektablauf von Vorteil ist. Voraussetzen kannst du das aber nicht. Grundsätzlich ist es deine eigene Aufgabe, dich mit allem für deine Arbeit nötigen auszustatten.

Hierzu zählt im heutigen Informationszeitalter sicherlich in erster Linie eine angemessene, leistungsstarke EDV-Ausstattung und Datenanbindung. Aber auch Dinge, wie ein funktionierender Arbeitsplatz oder gegebenenfalls ein eigener PKW zur Wahrnehmung von Außen- und Vor-Ort-Terminen gehören zum erfolgreichen Freelancer werden dazu.

Die Organisation Buchführung, Abgaben und Co.

Als Selbstständiger genießt du große Freiheiten. Freelancer werden im Gegenzug aber auch in Sachen Abrechnung und Verwaltung durch die Auftraggeber nicht wie Angestellte, sondern lediglich wie eine Einzelausgabe betrachtet. Für dich bedeutet das, dass die Buchführung deiner Einkünfte, die Organisation aller erforderlicher Beiträge und Zahlungen und natürlich auch der steuerliche Nachweis ganz alleine deine eigenen Aufgaben sind.

Um nicht bei der Steuererklärung ein böses Erwachen zu erleben, solltest du bereits ab dem ersten Auftrag und ersten Rechnungstellung über ein System verfügen, nach dem du deine Buchführung organisierst. So behältst du den Überblick und verwaltet deine Arbeit schnell, zuverlässig und effizient.

Die Absicherung – Versicherungen, Rente und Rücklagen

Freelancer werden* nicht automatisch über ihren jeweiligen Arbeitgeber mit Beiträgen zu Pflege-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung versorgt. Denke deshalb vor Aufnahme deiner Tätigkeit daran, alle nötigen Versicherungen und Abgaben zu organisieren.

Andernfalls entstehen im Bedarfsfall entweder Versorgungslücken oder es drohen hohe Nachzahlungen. Darüber hinaus lohnt es, eine gewisse Rücklage für Notzeiten zu organisieren. Denn gerade neue Freelancer werden immer wieder mit Arbeitsausfällen oder Zeiten ohne genügend Aufträge konfrontiert.

Welche finanziellen Themen kommen auf Freelancer zu?

Wie bereits angeschnitten, heißt Freelancer werden, seine Finanzen komplett eigenständig zu managen. Dazu sowohl die Einkommen-, als auch die Ausgaben-Seite. Wenn du von vorn herein einen klaren Überblick behältst, ist deinem “Freelancer werden” eine gute Erfolgsaussicht beschieden.

Honorare und Verdienstmöglichkeiten

Die Verdienstmöglichkeiten für Freelancer schwanken sowohl von Branche zu Branche als auch von Auftrag zu Auftrag. Freelancer werden individuell vergütet! Welche Rahmen dabei üblich sind, kannst du grob an den üblichen Angestelltengehältern festmachen. Lass Dich aber nicht täuschen.

Freelancer werden für Ihre Projektarbeit bezahlt und bestreiten aus dem Honorar alle Lohnnebenkosten selbst. Du kannst dein Honorar deshalb nicht eins zu eins mit einem Angestelltengehalt gleichstellen. Branchen mit höheren Gehältern lassen aber auch höhere Freelancer-Honorare erwarten.

Steuern und Abgaben

Freelancer werden je nach Tätigkeit entweder als Freischaffende (Freiberufler) oder als Gewerbetreibende eingestuft. Je nach Klassifizierung und Einkommensteuergesetz fällt entweder nur die Umsatzsteuer an oder du musst dich außerdem mit der anfallenden Gewerbesteuer befassen.

Welches Modell für dich in Frage kommt, hängt von der Branche und den zu erwartenden Umsätzen ab. Hier lohnt es, wenn du vorab Kontakt zu einer Beratungsstelle oder einem Steuerberater aufnimmst und die für dich beste Konstellation identifizierst.

Wie bin ich als Freelancer erfolgreich? Tipps für einen gelungenen Einstieg!

Neben den zwingenden Voraussetzungen helfen dir noch weitere Themen, den Erfolg beim Freelancer werden zwar nicht zu garantieren, aber zumindest wahrscheinlicher werden zu lassen. Denn Freelancer werden eben gerade nicht von einer festen Struktur an der Hand genommen, sondern halten alle Möglichkeiten und alle Herausforderungen für das eigene Weiterkommen in den eigenen Händen.

Werbung – weil Leistung alleine doch nicht reicht

Wenn du Freelancer werden willst, musst du dich schnell daran gewöhnen, dich selbst um deine Aufträge zu bemühen. Du solltest deshalb frühzeitig mit deinen Leistungen und möglicherweise bestehenden Referenzen aktiv um Auftraggeber zu werben.

Denn Freelancer werden zwar auch gesucht und angefragt, durch die Vielzahl an potentiellen Auftragnehmern bist du aber häufig darauf angewiesen, überhaupt erst einmal über eine aussagekräftige Präsentationd deiner Leistungen bei Unternehmen und anderen Auftraggebern im Blickfeld zu erscheinen.

Alleinstellungsmerkmale – Abheben von der Masse

Neben der Werbung im Allgemeinen hilft es beim Freelancer werden, wenn du dir über deine Stärken im Klaren bist und sie bewusst als Alleinstellungsmerkmal herausarbeitest. Denn Freelancer werden zwar einerseits nach Zuverlässigkeit, Kompetenz und auch Honorar ausgewählt. Wenn du aber weitere Fähigkeiten oder Kenntnisse über die Minimalanforderungen hinaus einbringen kannst, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Beauftragung deutlich.

Gelingt es dir, Alleinstellungsmerkmale sogar im Bereich zwingender Voraussetzungen für einen Auftrag zu etablieren, hebst du dich schon auf den ersten Blick von Mitbewerbern ab und darfst sehr wahrscheinlich auf eine Beauftragung hoffen.

Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Co. – klassische Tugenden als Erfolgsgarant

Obwohl beim Freelancer werden vor allem fachliche, organisatorische und mitunter steuerrechtliche Themen im Vordergrund stehen, helfen dir einige ganz klassische Tugenden, dich positiv bei Partnern und potentiellen Auftraggebern zu positionieren. Freelancer werden nun einmal immer wieder neu ausgewählt und sollten deshalb jederzeit in positiver Erinnerung behalten werden.

Obwohl Eigenschaften wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und auch ein angemessener Umgangston zu den absoluten Selbstverständlichkeiten zählen sollten, sind sie in der Praxis doch nicht so allgegenwärtig, wie vermutet. Erhält ein anfragendes Unternehmen eine aussagekräftige und gleichzeitig rechtzeitige Rückmeldung, zeugt das von Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit.

Dasselbe gilt natürlich auch im einzelnen Projekt. Je besser und reibungsloser die Kommunikation abläuft und umso positiver du selbst als Person erscheinst, umso positiver wird auch dein Arbeitserfolg noch ganz ohne Einbeziehung der fachlichen Inhalte wahrgenommen.

Fazit – So gelingt es, Freelancer zu werden

Freelancer zu werden ist gerade für junge Menschen eine immer wieder und aus verschiedensten Gründen attraktive Option, das eigene Berufsleben aktiv zu gestalten. Große Freiheiten gehen dabei mit einer großen Verantwortung für den eigenen Erfolg einher. Wer von Anfang an weiß, was auf ihn oder sie zukommt, kann bereits vor dem ersten Auftrag und vor dem Sprung ins sprichwörtliche kalte Wasser die Weichen für den eigenen Erfolg weitgehend sicherstellen.

Dabei spielen Organisation, Präsentation und eigenes Auftreten eine wesentliche Rolle. Zwar lässt sich vieles auch im Laufe des Berufslebens anpassen und optimieren. Einmal gemachte Fehler bedürfen aber immer deutlich mehr Aufwand in ihrer Behebung, als eine vorausschauende Planung und ein damit weit weniger schwieriger Einstieg in die Welt der eigenständigen Arbeit.

Wieso möchtest du Freelancer werden? Was fasziniert dich an der Selbstständigkeit?

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